Endlich EM-Gold für Sally

Endlich EM-Gold für Sally

Sally Bigham feiert bei den Marathon-Europameisterschaften in Sigulda in beeindruckender Manier ihren ersten internationalen Meister-Titel.

60 Kilometer solo im Wind und Minuten voller Emotionen – sie wollte diese Gold-Medaille unbedingt. Nach viermal EM-Silber und einmal WM-Silber, wollte sich Iron Sally im Baltikum endlich einmal das Leaderjersey überstreifen lassen. Der Wille war so stark, dass sich die Britin bereits nach 20 Kilometern auf die Solo-Flucht begab.

„Es war ein wenig riskant, weil es heute auch sehr windig war. Aber ich hatte an den ersten Anstiegen schon gesehen, dass ich die Stärkste war”, erklärte Sally Bigham warum sie so früh die Initiative ergriff und dann 80 Kilometer alleine mit über fünf Minuten Abstand zur Zweitplatzierten zum EM-Titel pedalierte.

Der Vorsprung wuchs stetig an, doch der Genuss stellte sich erst ein als sie ein Kilometer vor dem Ziel in den letzten Anstieg hinein und durch ein Zuschauer-Spalier kurbelte. Gänsehaut inbegriffen. „Es war ein ganz besonderer Moment als ich ins Ziel fuhr, einfach großartig. Unsere Betreuer jubelten und es ist so schön, dass ich ihnen für die harte Arbeit etwas zurückgeben konnte”, sagte Sally Bigham mit belegter Stimme. „Heute keine Silver-Sally”, fügte sie lachend hinzu. Nein, an diesem Tag in Sigulda ein strahlendes Golden Girl aus dem Topeak-Ergon-Rennstall.

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